Benjamins Pumpe

Eigentlich sollte es ein angenehmer Tag werden. Wir sind auf dem Weg nach Leipzig. Bei Kilometer 74 dann passiert es. Benjamins Pumpe versagt. Rann an die Raststätte und den Notruf gewählt. Die Diagnose vor Ort (wurde leider jetzt schon im Artikel vorweg genommen): Pumpe defekt. So endete unser Ausflug in der Notaufnahme in Nordhausen.

Benjamin, so haben wir unser dunkelblauen Opel Corsa C getauft, ist ein 10 Jahre altes Auto mit mittlerweile ca. 210.000 Kilometern auf dem Buckel. Er rollt und ist relativ Zuverlässig und soweit Sparsam, was zumindest den Kraftstoffverbrauch angeht. Öl braucht er regelmäßig wie ein Alkoholiker den Fusel.

In der Nähe von Nordhausen dachte ich erst, ‚oh, ganz schöner Gegenwind gerade‘ und verfolgte mit den Augen die Geschwindigkeitsnadel in Richtung Null. Also von Tempo 130 ging es langsam auf die 80 zu. Dann plötzlich zog er wieder an und ich hatte wieder die ursprüngliche Reisegeschwindigkeit, bis ich einen LKW überholen wollte und gleich wieder hinter dem LKW einscheren musste. Zum Glück kam in 1,5 Kilometern eine Raststätte, welche ich dann auch aufsuchte.

Motor aus, Haube auf, Öl nochmals überprüft und nachgefüllt (war eh wieder Zeit) und neu gestartet. Leider ohne Erfolg. Ging nicht. Also erst meinen Autohändler angerufen, doch der konnte sich das nicht sofort erklären (ist jetzt auch mehr ein Kfz-Reparatur-Leihe).  Nichts. Also den ADAC angerufen, am Telefon noch vorsichtshalber eine Basis-Mitgliedschaft abgeschlossen und den Gelben Engel bestellt. Leider gab es keine ADAC-Niederlassung in der Nähe, nur ein ADAC-Partner. So entstehen doch Kosten, da eine Mitgliedschaft erst ab Null Uhr des Folgetages beginnt.

Der Kfz-Mechaniker gab eine erste Diagnose nach kurzem abchecken der Möglichkeiten ab: Nockenwelle kaputt. Weiteres Prüfen ergab dann nach einer halben Stunde Arbeit, dass die Kraftstoffpumpe zwar strom bekam, aber nichts pumpte, eigentlich überhaupt nicht zog. Das Resultat: Abschleppen in die nächste Werkstatt.

Dort angekommen überprüfte man alles nochmal und kam zur selben Diagnose. Defekte Kraftstoffpumpe. 300 Euro neu würde dieses kleine Biest kosten plus die Arbeitszeit des Mechanikers. Der nette Mann an der Kfz-Annahme in dieser Werkstatt versucht aber am Montag eine günstigere (sicherlich gebrauchte) Kraftstoffpumpe zu bekommen. Dazu kommen eventuell noch 150 Euro Pannendienst, wenn es meine Kfz-Versicherung nicht übernimmt. Probiert wird es aber erstmal, wenn es nicht klappt, dann bekomme ich diese Rechnung auch noch, doch besser als heute Vorort in Bar, denn dann hätten wir die 40 Kilometer von Nordhausen nach Worbis zu Fuß zurück legen dürfen.

Also bummelten wir zum Bahnhof und ‚Hopperten‘ nach Hause – natürlich schlecht gelaunt, denn ca. 400 Euro passen in diesem Monat absolut nicht in unser Finanzkonzept. Beutelten uns doch schon die beiden Mieten (meine und jene meiner Freundin), der Umzug, die Nebenkosten der neuen Wohnung, Versicherungen, etc.

Am liebsten möchte ich gerade eigentlich nur noch schreien. Aber was soll’s. Das macht es auch nicht besser. Gewinnen wir dem einfach etwas gutes ab: Ich muss jetzt keinen Parkplatz vor dem Haus suchen.

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